Die nackte Dicke

Ein Jahr mit der RD 350 YPVS reicht mir. So ein nervöses Gerät ist nichts für mich!
Ich komme im Winter 1994/1995, nach dem Tod meines Vaters, auf den Gedanken, wieder ein aktuelleres Motorrad zu kaufen.
Mir ist in der Vergangenheit nie meine gute alte Honda CBR1000 aus dem Kopf gegangen.
Der Zufall sorgt dafür, daß ich genau bei dem Händler, der mir seinerzeit die CBR verkauft hat, eine gebrauchte Honda CB1000 erspähe.

cb1000Der km-Stand von nur 3000km sowie ein exzellenter Pflegezustand überzeugen mich. Das Motorrad weckt mein gesteigertes Interesse.
Schnell werden wir uns einig und das Motorrad wechselt den Platz in meine Garage.

Die CB1000 ist ein wuchtiges Naked-Bike mit dem Motor der CBR1000. In der CB1000 allerdings ist das Triebwerk jedoch auf versicherungsgünstige 98PS gedrosselt.

Bereits im Frühjahr 1995 beginne ich, optisch etwas an dem Motorrad zu verändern. Die schwarzen Felgen passen nicht so recht zu dem Rest des Fahrzeugs. Ich entferne den Lack des Felgenbetts und lackiere den Speichenkranz gelb. So sieht das Motorrad optisch erheblich schlanker aus. Weitere Aluminiumteile werden von mir ebenfalls poliert. Trotzdem fahre ich die CB1000 nicht allzu lange, da auch Juliane ihren Motorradschein macht und ich auch ihr das fahren ermöglichen möchte.

Fazit aus der Zeit mir der Honda CB1000:
Die CB1000 ist ein Motorrad mit einem sehr guten Fahrwerk, das sich kaum aus der Ruhe bringen läßt. Der Durchzug in mittleren Drehzahlen ist jedoch etwas enttäuschend. Die Höchstleistung ausreichend, aber nicht spektakulär. Wirklich lästig sind aber die enormen Lastwechselreaktionen im Antrieb. Speziell bei geruhsamer Fahrweise ist mit der Honda CB1000 keine ordentliche Linie in die Fahrweise hinein zu bekommen. Immer wieder verhindern heftige Stöße ein gleichmäßiges fahren.

Wie schon gesagt, macht Juliane im Jahr 1995 ihren Einser Führerschein. Ich plane, ihr zur bestandenen Prüfung ein besonderes Geschenk zu machen. Hierzu gebe ich die CB1000 ab, um dafür zwei neue Yamaha XT600 zu bekommen. Eine gedrosselt auf 34PS (für den Stufenführerschein) die andere mit den offenen 44PS.

cb-schraeg-grNach kurzer Zeit stelle ich jedoch fest, daß ich auf Dauer nicht mit der XT zurechtkomme. Viel mehr Leistung gewohnt zeigt sich die Enduro sehr träge. Dazu ist die Sitzposition für mich sehr anstrengend. Ich gebe das Motorrad daher für eine Suzuki VS1400 Intruder in Zahlung.
Dieses Motorrad begeistert mich vom ersten Moment an mit ihrem phantastischen Durchzug. Mit sehr wenig Drehzahl gleitet man gemütlich durch die Gegend und sieht dabei Dinge am Wegesrand, an denen man vorher achtlos vorbeigefahren ist. Es ist schon erstaunlich, wie sich die Charakteristik eines Motorrades auf die Fahrweise des Fahrers auswirkt.

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