Mosel 06/2000

mesenichAus dem Sauerland entferne ich mich über die A45 in Richtung Frankfurt. Hier gibt es erwartungsgemäß nicht viel zu berichten. Die AS Haiger Burbach ist für mich das Sprungbrett in den Westerwald.
Über Seitenstraßen verschiedenster Kategorien (nur Schotter war nicht dabei) bewege ich mich in Richtung Koblenz. Von Zeit zu Zeit gönne ich der Landkarte einen Blick, um die grobe Richtung nicht zu verlieren. Letztlich komme ich über die Bäderstraße nach Lahnstein, wo ich meine ehemalige Freundin Elke besuchen möchte. Leider ist sie nicht da, so dass ich nur vor verschlossener Tür stehe.

Ich habe mich vor Jahren ziemlich blöd verhalten und würde mich gern einmal mit ihr vernünftig und in Ruhe aussprechen, um mein Gewissen ein wenig zu erleichtern, wenn ich das geschehene damit auch keinesfalls entschuldigen kann. Vielleicht ergibt sich ja eines Tages noch die Möglichkeit eines solchen Treffens. Wenn Du das hier also eines Tages vielleicht lesen solltest, Elke, dann würde ich mich über eine Kontaktaufnahme wirklich sehr freuen …
Mit flauem Gefühl und ehrlich gesagt auch traurig fahre ich weiter. Ich ärgere mich über meine Dummheit, die ich mit der damaligen Aktion eindrucksvoll bewiesen habe.

Der Weg führt mich über die Rheinbrücke nach Koblenz direkt an die Mosel.
Dank Wochenende und gutem Wetter wird dem Auge auch von der Wasserseite einiges geboten. Viele Freizeitskipper sind auf der Mosel mit ihren z.T. sehr luxuriösen Yachten unterwegs. Dem Moselufer folg ich nun bis nach Mesenich, einem kleinen Weinort zwischen Beilstein und Senheim. Dort angekommen quartiere ich mich auf dem dortigen Campingplatz ein. Ein sehr schön angelegter, gepflegter Platz mit sehr sauberen Sanitäreinrichtungen und sehr freundlicher, Niederländischer Leitung.
Zur obligatorischen Weinprobe geht es dann in den Ort. Kleine, schmale Gassen mit historischen Gebäuden zieren die Mesenicher „Innenstadt“.
Nach ausgiebiger Weinverköstigung ist dann die notwendige Bettschwere erreicht und damit der Tag beendet.

beilharley beilstein camp

Der darauffolgende Tag beginnt mit einem Ausflug in den Hunsrück. Aus Senheim führt eine schmale Straße mit vielen Kehren in die Höhen des Hunsrück. Teilweise ist der erste Gang angesagt. Faszinierende Ausblicke über die Täler zieren den Weg. Kleine malerische Dörfer laden zum verweilen in Biergärten ein. Irgendwie komme ich zum Flugplatz Hahn. Viele Dienstleister sind auf dem witläufigen Glände ansässig. Heute hat der ehemalige Militärflughafen den Status „Internationaler Flughafen“. Von hier starten vorrangig Verkehrsmaschinen zur englischen Insel.
Ich nutze die Gelegenheit zu einem ausgedehnten Rundflug über Hunsrück, Eifel und Moseltal. Ein Erlebnis, das man sich, speziell bei gutem Wetter, nicht entgehen lassen sollte.
Wieder am Boden fahre ich weiter nach Trier, wo mich jedoch das Verkehrschaos schnell wieder verjagt. Entlang des Moselufers fahre ich dann gemütlich zurück nach Mesenich. Hier sollte man wirklich Gemütlichkeit walten lassen und sich den Blicken auf die Weinberge erfreuen. Die Uferstraßen sind fahrerisch sowieso keine Herausforderung. Wenn diese Straßen fahrtechnisch interessant werden, bewegt man sich schon jenseits aller geltenden Verkehrsbeschränkungen.
Den Tag lasse ich mit einem (oder zwei, oder drei, …)Glas Wein ausklingen. Den Weg kenne ich ja bereits.

st1100

Am folgenden Morgen fahre ich, nachdem alles verstaut ist, über Cochem zum Nürburgring. Die Hoffnung auf eine flotte Nordschleifenrunde wird jedoch zerschlagen. Je näher ich dem Ring komme, desto klarer wird, daß es nichts mit einer Nordschleifenrunde wird.

ROCK AM RING!

Wildes Camping soweit man sieht, Grillen auf der Straße, unglaubliche Zustände. Aber die Stimmung rundherum, … hervorragend.
Nachdem dann klar ist, daß der Ring ausfällt, begebe ich mich nach einem Mittagessen bei „HANNES“ in Adenau auf den Heimweg.
Über Neuwied auf wunderbar geschlängelten Straßen nach Windeck (Biker´s Rast). Dort eine kurze Rast mit Klönschnack und dann über Waldbröl, Olpe und Biggestausee zurück in die Heimat.

Ein erlebnisreiches Wochenende liegt nun hinter mir. nicht zuletzt dank dem ausgezeichneten Wetter bleiben Erinnerungen zurück, die einladen, eine solche Tour bei Gelegenheit intensiver zu wiederholen und sich dabei auch etwas mehr Zeit zu lassen.

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