Die leichte Klasse

Die Erlebnisse des Sommerurlaubs 1982 haben mich davon überzeugt, daß ein Mofa zwar toll, aber nicht wirklich zufriedenstellend sein kann.

Ich kann nur immer wieder meinen Eltern danken, daß sie so gutmütig zu mir waren. Sie haben immer viel Verständnis für meine „Spinnereien“ aufgebracht und selbst auf viele Dinge verzichtet, um mir Wünsche zu erfüllen. Ja, ich hatte es in dieser Beziehung sicher einfacher, als viele andere Menschen in meinem Alter. Dabei war es aber ganz sicher nicht so, daß meine Eltern nicht wussten, wohin sie ihr ganzes Geld lassen sollten. Nein, sie mussten selbst für solche Aktionen auf vieles verzichten und haben viele Entbehrungen akzeptiert.

Heute erst weiß ich es richtig zu schätzen, was sie alles für mich gemacht, was sie für mich aufgebracht haben. An dieser Stelle möchte ich meinen Eltern deshalb meinen herzlichsten Dank aussprechen!
ultra80-grSo war es auch der gute Wille meiner Eltern, der dafür sorgt, daß zu meinem 16. Geburtstag ein Leichtkraftrad bereit steht. Eine Hercules Ultra 80 ist für mich wirklich etwas besonderes. Superkräftig und gut für eine Geschwindigkeit von über 90km/h. Das ist schon wirklich eine ganz andere Klasse MOTORRAD. Auch die Bremsen sind natürlich erheblich leistungsfähiger, als bisher gewohnt. Vernünftigerweise lasse ich es mit diesem Fahrzeug zuerst einmal ruhig angehen. An diese immense Leistung muß man sich erst einmal langsam herantasten, um nicht von ihr überrannt zu werden.
Nie habe ich bei diesem Kraftrad das Bedürfnis, etwas an der Leistung drehen zu müssen.

Speziell Wochenenden mit gutem Wetter nutze ich regelmässig dazu, die Gegend des Sauerlandes zu erkunden. In dieser Zeit entwickelt sich bei mir auch bereits die Vorliebe für meine auch heute noch bevorzugte Hausstrecke. Sie hat sich mittlerweile zwar deutlich erweitert, jedoch ist sie in den Grundzügen immer noch aktuell.
Wie intensiv ich das Motorrad genutzt habe, ist allein schon daran zu erkennen, dass nach nur einem Jahr über 40000km auf dem Tacho standen. So fuhr ich grundsätzlich bei jedem Wetter mit der Hercules. Mit diesem Krad waren nun auch längere Touren und größere Strecken kein Problem mehr.

40000km mit einem Leichtkraftrad – das ist schon eine beachtliche Leistung für so einen kleinen 80ccm Motor. So wies der Motor mittlerweile auch deutlichen Verschleiss auf, der auch akustisch nicht verborgen blieb. Deutliches klappern begleitete mich schon längere Zeit, als ich bei einem der regelmässigen Besuche beim Zweiradhändler auf ein Sonderangebot traf. Da wurde ein Leichtkraftrad angeboten, das bislang immer unerreichbar kostspielig war, zu einem Preis angeboten, der mich spontan dazu veranlasste, mit dem Händler in Verhandlung zu treten.

cobra80-grIch zahlte 200,-DM dazu und bekam dafür eine vollkommen neue Puch Cobra 80. Das Leichtkraftrad hatte im Vergleich zur Ultra 80 eine erheblich bessere Beschleunigung. Dieses Fahrzeug bewegte ich dann, bis zu meinem 18. Geburtstag. Durch einen strengen Winter, in dem ich einige male ganz fürchterlich gefroren habe, habe ich dann irgendwie das Interesse am Motorrad fahren verloren.

Bei der Anmeldung in der Fahrschule meldete ich mich nur für die Klasse 3 (PKW) an. Unverständnis kam mir von meinem Fahrlehrer entgegen, der mich ja schon aus der Vergangenheit kannte und dem dadurch auch meine Begeisterung für Zweiräder nicht verborgen geblieben war. Ich blieb dabei – vorerst.
Dann, irgendwann im März, sah ich mir eine Motorradsendung im Fernsehen an. Frühlingshaftes Wetter im Süden in Verbindung mit herrlichen Fahraufnahmen kippten schlagartig meinen Entschluss um. Bei nächster Gelegenheit erweiterte ich die Ausbildung um die Klasse 1 (Motorrad).

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